über den M25

Schon länger wollte ich noch mehr über den deutschen Militärsattel M25 schreiben. Dieser Sattel wurde von 1925 bis 45 gebaut, daher sein Name.

In Sachen Passform und Gewichtsverteilung ist er immer noch vorbildlich, weshalb viele Wanderreit-Sattel-Hersteller ihn sich zum Vorbild genommen haben, und viele Reiter ihn immer noch gern benutzen, auch wenn er für den Reiter eher hart zu sitzen ist. Aber er sollte eben das „Pferdematerial“ schonen, der Soldat musste sich anpassen. 🙂

Diese Sättel wurden millionenfach hergestellt, und viele Exemplare sind nach dem Krieg in irgendwelchen Scheunen oder Dachböden in Vergessenheit geraten, wurden später wiedergefunden und sind heute noch im Einsatz. Wenn man sie gut pflegt, sind sie fast unverwüstlich.

Hier ist meine kleine Version im Maßstab 1:9:

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Wie beim echten Vorbild werden auch hier die Packtaschen nicht direkt am Sattel befestigt, sondern am sog. Überwurf, welcher dann am Sattel angebracht wird. So kann man schnell und einfach beide Taschen gleichzeitig vom Sattel abnehmen.

Früher befand sich in der linken Packtasche die Ausrüstung für das Pferd, u.A. Striegel und Kardätsche, Stollen und Stollenschlüssel, sowie in der kleinen Vortasche zwei Hufeisen.

Die rechte Packtasche enthielt das Gepäck des Soldaten, Waschzeug, Unterwäsche etc. Die Riemen dieser Tasche lassen sich so schnallen, daß aus der Tasche ein Rucksack wird.

Heute ist der Überwurf das am schwierigsten zu findende Teil dieser Ausrüstung, aber ein sehr wichtiges, da man ohne ihn die Taschen nicht so praktisch am Sattel befestigen kann. Deshalb wird er von Sattlern häufig neu hergestellt.

Wo früher der Soldat Gewehr und Helm, Zeltplane und Mantel befestigt hat, werden heutzutage beim Wanderreiten diverse andere Gepäck- und Ausrüstungsstücke angebracht, z. B. Feldflasche, Führstrick, Jacke, Kartentasche etc.

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Hier präsentiert Gizmo sein Sattelset und die beiden Zaum-Champion-Preise, die es in diesem Jahr in Dortmund und Xanten gewonnen hat.

Betonen möchte ich noch, daß ich in keiner Weise den 2. Weltkrieg verherrlichen möchte! Mich interessiert das Armeesattelzeug lediglich in seiner Form als Vorläufer für die heutigen Wanderreitsättel, und aus der Sicht des Modellbauers!

M 25

Armeesattel1Der M 25 war der deutsche Armeesattel, der 1925 (daher der Name) eingeführt wurde und bis zum Ende des 2. Weltkrieges im Gebrauch war. Es wurden Millionen davon gebaut, weshalb auch jetzt, über 70 Jahre später, immer noch hin und wieder welche auftauchen.

Es sind auch immer noch viele davon im Gebrauch, vor allem bei Wanderreitern sind sie sehr beliebt.

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Der Sattel ist sehr clever aufgebaut und kann komplett zerlegt und dadurch gut gesäubert und auch ausgebessert werden. Er hat eine gute Passform für das Pferd (es gab ihn in 5 Größen) und verteilt das Gewicht von Gepäck und Reiter sehr gut. Das Hauptgepäck wurde vorne am Sattel befestigt, wodurch nicht zu viel Gewicht auf die Hinterhand gebracht wurde. Man kann den M 25 durchaus als Vorläufer und Vorbild für viele heutige Wanderreitsättel betrachten.

Ich finde diesen Sattel sehr interessant und hatte einmal das Glück, ein Exemplar ausgiebig aus nächster Nähe anschauen und fotografieren zu dürfen.

echterSattel

Deshalb habe ich mich gefreut, als ich gefragt wurde, ob ich für eine Sammlerin einen solchen Sattel nebst Trense und Woilach nach dem Vorbild des Sattelsets, mit dem sie ihre Stute reitet, im Modell machen würde.

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Man sollte ihm sein Alter und diverse Gebrauchsspuren ansehen, also habe ich ihn bewusst „fleckig“ gefärbt.

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So ein Woilach war übrigens früher für die Soldaten und heute für die Wanderreiter sehr praktisch. Man kann ihn jeden Tag anders falten, sodaß immer wieder eine frische, saubere Seite aufs Pferd kommt, und bei Kälte oder Regen kann man ihn auseinander falten und als Decke fürs Pferd oder auch für den Reiter benutzen.

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The M 25 was the german army saddle that was built from 1925 until the end of WWII. Even now, 70 years later, some of them are still in use. They are popular with trail riders because they fit most horses very well, have lots of D-rings for bags and other stuff, and are easy to clean and repair. The M 25 was a good example for today’s trail saddles.

I once was lucky enough to examine and photograph such a saddle. When a collector asked me to create a miniature of the saddle set (including a bridle and saddle rug) she used on her mare, I happily agreed. I dyed the saddle in a „used“ look so that it really looks aged.

Such a saddle rug is quite handy for the horse and rider: you can fold it differently each day, so that you always have a fresh and clean piece of the rug on the horse’s back, and in case of rain or cold, you can unfold it and use it as a big rug for your horse or yourself.

der violette Sattel ist fertig

Der baumlose Sattel hat nun auch einen Kurzgurt bekommen.

BarefootLilaSet1

Ich muß aber nochmal bessere Fotos davon machen. Heute war es schön hell und sonnig, und so bin ich für die Bilder auf den Balkon gegangen, aber es war sooo kalt, daß ich sehr schnell wieder geflohen bin. 🙂

Für’s Erste habe ich den Sattel mit einer Trense kombiniert, die ich vor einiger Zeit gemacht habe, und die ebenfalls violette Elemente hat.

TrenseLilaBraun1

Die bombierten Nasen- und Stirnriemen sind mit weichem violetten Leder gepolstert, und die Zügel sind in violett umstochen/umflochten.

ZügelViolett

Außerdem ist hier noch eine Knotenhalfter-Trense entstanden aus neuem Garn, das ich kürzlich bekommen habe:

Knotenhalfter-TrenseHellblau

The treeless saddle got a girth now, and for now I combined it with a bridle I made some time ago. It has purple details, too. (purple padding and purple braided reins)

I need to take better pictures soon, I took these on the balcony today, it was light and sunny, but freezing cold, so I was in a hurry. 🙂

I also made a rope halter bridle from a new rope I recently got.

ein neuer baumloser Sattel

Schon seit einer Ewigkeit hatte ich geplant, einen der baumlosen Sättel von einer bekannten Firma mal in Miniatur nachzubauen. Aber irgendwie wurde es immer wieder verschoben, weil anderes dazwischen kam.

Jetzt konnte ich nicht mehr anders, da ich einen Auftrag für einen solchen Sattel habe, und dafür erstmal einen Prototyp bauen wollte. Bei einem neuen Schnittmuster halte ich es eigentlich immer so, daß ich das erste Muster behalte und daran erstmal die Details ausprobiere.

Hier ist er also, der erste baumlose Sattel, mit dem charakteristischen kleinen Pferdekopf auf dem Sattelblatt:

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Da ich momentan eine violette Phase habe, mußte er natürlich dunkelbraun mit lila werden. Ich mag diese Farbkombination wirklich gern.

Jetzt fehlt noch der passende Kurzgurt, sowie eine oder zwei Trensen. Mir schwebt ein gebissloses Sidepull vor, mit Flechtelementen, die dann auch lila sind.

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Der nächste Sattel wird andere Farben haben, so viel sei schon mal verraten. 😉

I wanted to make a miniature treeless saddle for ages now, but somehow I never did it. Now I have a customer who wants a model of the saddle with the trademark horse head on the flap, so I made this prototype at first, and am now doing the commission piece. I will keep the prototype for myself and will make a matching bridle (maybe a bitless sidepull) soon. At the moment I have a thing for purple tack. 🙂